Fühl den Rhythmus!
Unser neuester Titel neben „Umweltschule“, Berufswahlfreundliche Schule“, „Schule ohne Rassismus“ und „Schule mit Herz“ ist „Schule mit Groove und Teamgeist“ – kein offizieller zwar, aber mit viel Einsatz erarbeitet. Was steckt dahinter?
Seit August 2025 wird die Nonne-Schule zusammen mit 92 anderen Schulen im Freistaat Thüringen im Rahmen des bundesweiten „Startchancen-Programmes“ dabei unterstützt, jedem Kind – unabhängig von seiner sozialen und ökonomischen Herkunft – gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. In Thüringen stehen dafür jährlich 23 Millionen Euro zur Verfügung, die für die drei Säulen des Programms (Gestaltung lernförderlicher Räume, Förderung durch spezifische Angebote und Personal zur Stärkung multiprofessioneller Teams) genutzt werden können.
In der letzten Schulwoche vor den Weihnachtsferien konnte nun schon ein spezifisches Angebot genutzt werden. Um den Teamgeist und Zusammenhalt unserer heterogenen Schülerschaft zu stärken, wurde ein dreitägiger Trommelkurs beim „Musikwerk Erfurt“ gebucht. Musik funktioniert ohne Sprache, und Schlaginstrumente sind leicht zu bedienen, auch ohne Kenntnis von Noten. Die drei Workshopleiter brachten jede Menge musikalische Ideen, mehrere Kisten voller Schlaginstrumente und auch gute Nerven mit. Denn es wurde richtig laut in unserer Turnhalle.
Jeder der drei Tage lief gleich ab: Zunächst ein gemeinsames Warm-up aller Schüler mit Rhythmusspielen und Bodypercussion, anschließend konzentrierte Probenarbeit in Doppeljahrgangsstufen und als Tagesabschluss wieder gemeinschaftliches Musizieren der gesamten Schülerschaft, um das Gelernte und Geübte zu festigen und das Gesamtarrangement zusammenzuführen.
Den Höhepunkt bildete das große Abschlusskonzert am letzten Projekttag. Es war „Showtime“, eingeladen waren neben dem gesamten Schulpersonal auch die 4. Klassen der benachbarten Grundschule, unsere künftigen Schüler. Viele der jungen Künstler waren ganz aufgeregt, aber dafür gab es keinen Grund, denn alle rockten und fühlten den Rhythmus mit ihren Boomwhackern, Basstrommeln, Cajons, Djemben, Schellenringen und Klanghölzern. Alle konnten das erhebende Gefühl des gemeinsamen Musizierens erleben: Nur zusammen klingt es gut, einer muss sich auf den anderen verlassen können, jeder muss mitziehen. Aber die Gemeinschaft verzeiht auch kleine Fehler, es ist eben „life“. Diesen besonderen Kick haben die meisten wohl tatsächlich gespürt.
Im Nachgang gab es vor allem positive Rückmeldungen durch die Teilnehmenden. Von „sehr schön“ über „Klasse“ und „richtig gut“ bis zu „mal was Anderes“ reichten die Meinungen. Manchen war es zu laut, aber da helfen wohl nur Ohrstöpsel. Um das ursprüngliche Ziel, die Förderung von Teamgeist und Zusammenhalt im Fokus zu behalten, sollte man vielleicht bei Wiederholung des Projektes noch ein bisschen nachbessern. Die kritischen Stimmen wünschen sich eine größere Durchmischung bzw. die Aufhebung der Klassenverbände bei den Proben sowie natürlich für jeden sein „Wunschinstrument“.
Trotzdem wird dieses Projekt als ein Höhepunkt des aktuellen Schuljahres in Erinnerung bleiben.